
Trump Accounts: Neue steuerbegünstigte Sparmodelle für Kinder mit internationalen Steuerfolgen
Mit der Einführung der sogenannten „Trump Accounts“ im Rahmen der US-Steuergesetzgebung 2025 entstehen neue Möglichkeiten für den langfristigen Vermögensaufbau von Kindern. Das Konzept ist auf den ersten Blick einfach: ein staatlich gefördertes, steuerbegünstigtes Investmentkonto für Minderjährige. Für Familien mit internationalem Bezug ergeben sich jedoch zusätzliche steuerliche und rechtliche Fragestellungen.
Dieser Beitrag erklärt, wie Trump Accounts funktionieren, welche Vorteile sie bieten und worauf insbesondere international mobile Familien achten sollten.
Was sind Trump Accounts?
Trump Accounts sind steuerbegünstigte Investmentkonten für Kinder unter 18 Jahren. Sie wurden durch den „One Big Beautiful Bill Act“ geschaffen und ähneln in ihrer Struktur langfristigen Vorsorgekonten, bei denen Kapitalerträge zunächst steuerfrei wachsen können.
Jedes berechtigte Kind kann das folgende erhalten:
- einen einmaligen staatlichen Zuschuss von 1.000 US-Dollar
(für Kinder, die zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 31. Dezember 2028 geboren sind/werden) - jährliche Einzahlungen von bis zu 5.000 US-Dollar durch Eltern, Arbeitgeber oder andere Personen
Rechtlich gehört das Konto dem Kind, verwaltet wird es jedoch bis zur Volljährigkeit durch einen Elternteil oder gesetzlichen Vertreter.
Das Kapital wird in der Regel in breit gestreute Indexfonds investiert. Mit Erreichen des Erwachsenenalters entwickelt sich das Konto funktional ähnlich wie ein traditionelles IRA-Rentenkonto weiter.
Vorteile der Trump Accounts
1. Früher Vermögensaufbau
Der größte Vorteil liegt im langen Anlagehorizont. Bereits kleine Beträge können durch den Zinseszinseffekt über viele Jahre erheblich wachsen.
2. Steuerlich aufgeschobenes Wachstum
Kapitalerträge werden nicht jährlich besteuert. Die Besteuerung erfolgt erst bei späteren Auszahlungen – ähnlich wie bei klassischen US-Rentenmodellen.
3. Staatlicher Startbonus
Der staatliche Zuschuss von 1.000 US-Dollar schafft einen direkten Vermögensvorteil und erleichtert insbesondere Familien den Einstieg in frühes Investieren.
4. Flexible Einzahlungsmöglichkeiten
Im Gegensatz zu manchen anderen Vorsorgemodellen:
- ist kein eigenes Erwerbseinkommen des Kindes erforderlich
- können Einzahlungen von mehreren Personen oder Institutionen erfolgen
5. Langfristiges Steuerplanungsinstrument
Ab dem 18. Lebensjahr kann das Konto weiterhin steuerlich attraktiv genutzt werden – etwa für Altersvorsorge oder spätere Roth-IRA-Strategien.
Für wen sind Trump Accounts besonders interessant?
Trump Accounts können insbesondere attraktiv sein für:
Familien mit mittlerem Einkommen
Familien, die andere steuerbegünstigte Modelle wie 529-Pläne oder Roth IRAs nicht vollständig nutzen, erhalten eine zusätzliche langfristige Sparmöglichkeit.
Kinder mit langem Anlagehorizont
Je früher investiert wird, desto stärker wirkt der langfristige Zinseszinseffekt.
Arbeitgeber mit Zusatzleistungen
Arbeitgeber können Beiträge als Teil von Mitarbeiterbenefits einsetzen und so die Mitarbeiterbindung stärken.
Familien mit Drittbeiträgen
Da Einzahlungen von verschiedenen Personen möglich sind, können auch Großeltern, Stiftungen oder Arbeitgeber zum Vermögensaufbau beitragen.
Wichtige Einschränkungen und Risiken
Trotz der Vorteile gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:
Begrenzte Anlageoptionen
Die Investments sind überwiegend auf kostengünstige US-Indexfonds beschränkt.
Besteuerung bei Auszahlung
Spätere Auszahlungen werden grundsätzlich als gewöhnliches Einkommen besteuert – nicht zu niedrigeren Kapitalertragsteuersätzen.
Beitragsgrenzen
Die jährlichen Einzahlungsmöglichkeiten sind begrenzt, was größere Vermögensstrategien einschränken kann.
Noch offene regulatorische Fragen
Da das Programm erst 2026 startet, wird eine zusätzliche IRS-Leitlinie erwartet. Änderungen der Regeln sind möglich.
Unterschiedliche Besteuerung auf Bundesstaatenebene
Einzelne US-Bundesstaaten könnten die steuerliche Behandlung anders handhaben als der Bund.
Internationale Steuerfragen bei Trump Accounts
Für Familien mit internationalem Bezug entstehen zusätzliche steuerliche Herausforderungen.
1. Anspruchsberechtigung
Die Konten stehen voraussichtlich hauptsächlich folgenden Kindern offen:
- US-Staatsbürgern
- mit gültiger Social Security Number
- unter 18 Jahren
Das bedeutet:
- Kinder ohne US-Staatsbürgerschaft sind in der Regel nicht berechtigt
- bei Kindern mit Wohnsitz im Ausland kommt es auf die formelle Anerkennung der US-Staatsbürgerschaft an
2. US-Staatsbürger im Ausland bleiben steuerpflichtig
Die USA besteuern ihre Staatsbürger weltweit – unabhängig vom Wohnsitz. Dadurch gelten die Regeln auch für US-Kinder, die dauerhaft im Ausland leben.
Dies kann zwar steuerliche Chancen eröffnen, führt aber häufig zu zusätzlichem Verwaltungsaufwand.
3. Andere Länder erkennen die Steuerbegünstigung möglicherweise nicht an
Viele Staaten erkennen US-Steueraufschubmodelle nicht automatisch an. Dadurch können:
- laufende Kapitalerträge im Wohnsitzstaat steuerpflichtig werden
- Doppelbesteuerungsrisiken entstehen
- zusätzliche Meldepflichten erforderlich sein
4. FATCA- und Meldepflichten
Auch bei in den USA geführten Konten können internationale Meldepflichten relevant werden, beispielsweise:
- FATCA-Meldungen
- lokale Offenlegungspflichten für Auslandsvermögen
Eltern mit Wohnsitz außerhalb der USA sollten daher die Reporting-Anforderungen sorgfältig prüfen.
5. Währungs- und Anlagerisiken
Da die Investments überwiegend US-lastig sind:
- können Wechselkursschwankungen die Rendite beeinflussen
- fehlt möglicherweise internationale Diversifikation
Strategische Überlegungen für internationale Familien
Internationale Steuerberater und global mobile Familien sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigen:
- Vergleich mit Alternativen wie 529-Plänen, Custodial Accounts oder Roth IRAs
- Modellierung der steuerlichen Gesamtbelastung im jeweiligen Wohnsitzstaat
- rechtzeitige Prüfung der Staatsbürgerschafts- und Eligibility-Regeln
- laufende Beobachtung neuer IRS-Leitlinien
Trump Accounts schaffen eine neue Möglichkeit für den langfristigen Vermögensaufbau von Kindern in den USA. Besonders attraktiv sind der staatliche Zuschuss sowie der frühe Einstieg in steuerbegünstigtes Investieren.
Für Familien mit internationalem Bezug reicht jedoch eine rein US-steuerliche Betrachtung nicht aus. Doppelbesteuerung, Meldepflichten und unterschiedliche steuerliche Anerkennung im Ausland können die Vorteile erheblich beeinflussen.
Gerade deshalb sind frühzeitige Planung und grenzüberschreitende steuerliche Beratung entscheidend, um Chancen optimal zu nutzen und unerwartete steuerliche Folgen zu vermeiden.